Kernkraftwerk Hinkley Point C: Frankreich fordert britische Garantien

Projekt Hinkley Point C: Steigende Kosten, EDF sucht nach Unterstützung
  • Jonathan Rowe
  • 23.02.2024

Die französische Regierung setzt sich bei den britischen Ministern dafür ein, Kreditgarantien für Hinkley Point C zu gewähren, um die Kosten der EDF für die Finanzierung des neuen britischen Vorzeige-Atomkraftwerks zu senken, dessen Preis stark gestiegen ist", so die Quelle.

Das französische Wirtschaftsministerium bestätigte den Antrag auf eine Bürgschaft nicht und erklärte lediglich, dass "die Regierung regelmäßig das britische Atomprogramm und die EDF-Projekte mit ihren britischen Partnern bespricht".

"Wir beabsichtigen, gemeinsam die besten Lösungen für die Finanzierung dieser Projekte zu finden", heißt es weiter.

Zu den Optionen, die in Betracht gezogen werden, gehören "die Suche nach neuen Finanzpartnern für EDF und eine Schuldengarantie der britischen Regierung", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber AFP.

Eine Kreditbürgschaft aus London würde es dem französischen Staatskonzern EDF erleichtern, Kredite zur Finanzierung zweier britischer Kernkraftwerke zu erhalten, an denen er ein Hauptaktionär ist.

Die britische Regierung erklärt jedoch, dass sie "keine Rolle bei der Finanzierung oder dem Betrieb des Kernkraftwerks Hinkley Point C" spiele.

"Die Finanzierung des Projekts ist Sache der EDF und ihrer Aktionäre", sagte ein Sprecher des Energieministeriums in London gegenüber AFP.

EDF gab letzte Woche bekannt, dass die Inbetriebnahme des ersten Reaktors bestenfalls auf 2029 verschoben wurde, vier Jahre später als der ursprüngliche Termin 2025, oder sogar 2030 oder 2031, je nach Szenario.

Durch die Verlängerung des Projekts würden sich die Gesamtkosten auf 31 bis 34 Mrd. £ erhöhen, gegenüber 18 Mrd. £ zu Beginn des Projekts im Jahr 2016 (alle Angaben in US-Dollar von 2015).

Dies sind zusätzliche Kosten, die der staatliche Konzern EDF nun allein trägt, ohne jeglichen Beitrag seines chinesischen Partners CGN, der immer noch einen Anteil von 30 % an dem Projekt hält.

Im Jahr 2023 hörte CGN auf, sich über seine ursprünglichen Verpflichtungen hinaus an den zusätzlichen Kosten des Kernkraftwerks zu beteiligen, wie dies in einer Vertragsklausel vorgesehen war.

Die EDF erklärt, dass sie "schon immer andere Finanzpartner an diesem Projekt beteiligen wollte" und dass sie "diese Suche fortsetzt".

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