Bird: Elektroroller-Markt in der Krise

Bird meldet Konkurs an
  • Jonathan Rowe
  • 08.01.2024

Der US-Selbstbedienungs-Elektrorollerverleih Bird hat am Mittwoch Konkurs angemeldet - ein weiteres Anzeichen für die Verlangsamung eines Marktes, der zuvor ein rasantes Wachstum verzeichnete.

Das in Miami, Florida, ansässige Unternehmen teilte mit, dass die kanadischen und europäischen Tochtergesellschaften von diesem Schutzverfahren nicht betroffen sind und ihren Betrieb wie gewohnt fortsetzen werden.

Bird Global, die Muttergesellschaft, wird sich selbst und andere US-Niederlassungen an ihre Gläubiger verkaufen, beabsichtigt aber, den Betrieb fortzusetzen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Auf die Frage von AFP nach der Art der Vermögenswerte, die die Gruppe verkaufen will, antwortete Bird nicht sofort.

Das Unternehmen hat bereits eine Einigung mit seinen Gläubigern erzielt und eine Zusage von MidCap Financial, einer Tochtergesellschaft des Private-Equity-Riesen Apollo Global Management, erhalten, 25 Millionen Dollar an neuen Mitteln zuzuschießen.

Bird gehört zu einer Generation von Betreibern von Selbstbedienungs-Elektrorollernetzen, die Ende der 2010er Jahre auf den Markt kamen.

Eine Zeit lang wurde das Angebot als ein wichtiges Element bei der Entwicklung neuer Möglichkeiten zur Fortbewegung in der Stadt angesehen.

Doch eine Reihe lokaler Behörden, verärgert über die zunehmende Zahl von Falschparkern und Verkehrsunfällen, bremsten sie aus.

Paris, Montreal, Las Vegas und New Orleans haben sie verboten, nachdem sie eine Zeit lang erlaubt waren, ebenso wie Barcelona, Toronto und New York, die nie grünes Licht gaben.

Viele andere Städte haben Beschränkungen verhängt, indem sie die Zahl der zugelassenen Elektroroller und die Höchstgeschwindigkeit reduzierten oder die Benutzung von Bürgersteigen verboten.

Aufgrund einiger dieser Beschränkungen sowie des harten Wettbewerbs zwischen vielen neuen Anbietern beschloss Bird, sich im Oktober 2022 freiwillig aus mehreren Märkten zurückzuziehen, darunter Deutschland, Schweden und Norwegen.

Im Februar beschloss Bird außerdem, San Francisco zu verlassen.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben noch in rund 350 Städten weltweit vertreten.

Das Unternehmen, das einst mit 2,3 Milliarden Dollar bewertet wurde, ging im November 2021 an die Börse.

Der Aktienkurs sank jedoch schnell auf unter 15 Millionen Dollar, so dass das Unternehmen im September von der Börse genommen wurde.

Letztendlich hängt die Zukunft des Marktes für Elektroroller davon ab, ob die Betreiber ihre derzeitigen Herausforderungen überwinden und einen Weg finden können, um ein rentables Geschäft zu gewährleisten.

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